|
|
| This page is part of the German website section only, therefore the text remains in German. |
Wörterbuchrezensionen |
|
|
Das PONS-Onlinewörterbuch ...
... im vierwöchigen Praxistest (Herbst 2008)*
Gute Wörterbücher dürfen an keinem Übersetzerarbeitsplatz fehlen. Typisch sind dabei immer noch echte Wörter-Bücher, zu denen sich elektronische Wörterbücher auf CD oder DVD gesellen. Daneben nutzen Sprachprofis auch vermehrt kostenpflichtige Online-Nachschlagewerke (etwa den Wyhlidal, die Encyclopædia Britannica oder xipolis.net mit Nachschlagewerken von Brockhaus und Duden). Kostenlose Internetangebote (wie dict.leo.org, dict.tu-chemnitz.de, dict.uni-leipzig.de) sind mitunter ebenfalls interessant, allerdings fehlt diesen Angeboten oft die aus „echten“ Wörterbüchern gewohnte lexikologische Detailliertheit und Zuverlässigkeit.
Der Ernst Klett Verlag wagt nun offensichtlich als erster renommierter Sprachenverlag im deutschsprachigen Raum den Spagat zwischen kostenlosem Internetangebot und lexikologisch fundierten Inhalten und gleichzeitig zwischen herkömmlicher lexikographischer Arbeit und Web-2.0-Interaktivität: Seit Mitte Oktober 2008 hat Klett auf www.pons.eu ein riesiges Onlinewörterbuch (laut Verlagsangabe mit mehr als 3,5 Millionen Einträgen) als Betaversion ins Netz gestellt.
Der vorliegende Artikel stellt das Wörterbuchprojekt und die OpenDict-Komponente vor und schließt mit einem Erfahrungsbericht über einen vierwöchigen Praxistest.
Das PONS-Onlinewörterbuchprojekt
Der kostenfrei zugängliche Inhalt von www.pons.eu besteht aus speziell für das Internet aufgearbeiteten Wörterbüchern für die Sprachenpaare Englisch-, Französisch-, Spanisch-, Italienisch- und Polnisch-Deutsch, in denen der Internetnutzer in beiden Sprachrichtungen nachschlagen kann. Weitere Sprachen sollen in Kürze folgen, ebenso wie eine Version für mobile Geräte (Smartphones etc.). Es ist vorgesehen, dass das PONS-Onlinewörterbuch für alle Benutzer kostenlos bleibt - die Finanzierung soll über Werbung erfolgen.
Laut Verlagsangaben sind die pons.eu-Inhalte eine aufwändig für das Medium Internet aufgearbeitete Auswahl aus den umfangreichen PONS-Datenbanken. Im Unterschied zu den PONS-Großwörterbüchern sind im Onlinewörterbuch Inhalte wie Fachwörter und Slang jedoch nicht enthalten. Insofern profitiert das Webangebot pons.eu von der Qualität der traditionellen Großwörterbücher, ist mit diesen aber trotzdem nur schwer vergleichbar.
Die Wörterbuch-Datenbank von PONS wird laufend aktualisiert, sodass das Onlinewörterbuch jeweils den tagesaktuellen Stand widerspiegelt. Neben den von der PONS-Redaktion geprüften Einträgen umfasst pons.eu auch ein Mitmach-Wörterbuch („OpenDict“), dessen Einträge kurze Zeit nach der Erstellung online verfügbar sind.
Falls jemand einen fehlerhaften Wörterbucheintrag entdeckt, kann er diesen Fehler bzw. Verbesserungsvorschläge melden, indem er das Feedback-Formular benutzt, das in jedem Eintrag durch einen Klick auf das Briefumschlagsymbol zugeschaltet werden kann.
Die OpenDict-Komponente
Die Stärke des Onlinewörterbuchs sind die Rückmeldungsmöglichkeiten der Benutzer. Wörterbuchlücken lassen sich von den Benutzern durch das Anlegen eines eigenen OpenDict-Eintrags schließen. OpenDict ist der Wörterbuchteil, in der jeder Nutzer (nach einer kurzen Anmeldung) Einträge neu anlegen oder verändern kann. Diese Neueinträge werden nach Verlagsangaben von der PONS-Wörterbuchredaktion geprüft. Bei jedem Eintrag ist zudem vermerkt, wer ihn angelegt oder bearbeitet hat (über den Link „Autoren & Versionen“). Der Autorenname ist mit einer Visitenkarte verlinkt, auf der die aktuellsten Beiträge des jeweiligen Autors aufgeführt sind und die als „Werbetafel“ genutzt werden kann (nicht muss), um weitere Informationen ins Netz zu stellen (z.B. Muttersprache, Beruf, Homepage). Die Werbewirkung dieser Visitenkarten erscheint mir allerdings beschränkt, da auf www.pons.eu bisher keine Autorensuche möglich ist.
Im ersten Monat haben sich knapp 800 aktive Nutzer registriert und etwa 1.000 Eintragsversionen erstellt.

Vierwöchiger Praxistest für das Sprachenpaar Englisch-Deutsch*
Ab Mitte Oktober 2008 griff ich bei allgemeinsprachlichen Übersetzungsproblemen etwa vier Wochen lang zunächst auf www.pons.eu zu, bevor ich in anderen Wörterbüchern suchte. Letzteres war jedoch kaum nötig, da die im PONS-Onlinewörterbuch gebotenen Informationen praktisch immer zur Problemlösung ausreichten.
Hilfreich ist, dass die PONS-Website ein Such-Plugin anbietet, mit dem sich das Wörterbuch als Suchmaschine in die Browser-Suchleiste integrieren lässt (eine Anleitung steht auf www.pons.de/ext/6691/).
Beim Gebrauch des Onlinewörterbuchs kann der Nutzer an die Gewohnheiten bei der Benutzung eines gedruckten Wörterbuchs anknüpfen. So werden Wörter, die mehrere Bedeutungen haben, wie im gedruckten Wörterbuch unter zwei (oder mehreren) arabischen Ziffern dargestellt. Ebenso werden Wörter, die mehreren Wort- oder Verbklassen angehören, unter mehreren römischen Ziffern dargestellt. In den Einträgen werden gängige Abkürzungen wie „jdn“ für jemanden, „sth“ für something, „etw“ für etwas usw. verwendet. Meines Erachtens gut gelöst ist die farbliche Unterscheidung der unterschiedlichen Informationen in den Suchergebnissen. Dabei werden die gesuchten Wörter in einer anderen Farbe dargestellt als die grammatischen, morphologischen, syntaktischen, stilistischen oder sonstigen Angaben.
Die Onlinesuche ist flexibler als die Suche in einem gedruckten Wörterbuch. Gibt man beispielsweise ein flektiertes Suchwort ein („ritt“), so erscheint das Stichwort in der unflektierten Form („reiten“), natürlich zusätzlich zu „Ritt“ als Nomen. Es besteht auch die Möglichkeit, nach typischen Wortverbindungen, ganzen Redewendungen und idiomatischen Wendungen zu suchen. Allerdings hat sich in meinem Praxistest herausgestellt, dass oft die Suche nach nur einem Wort in einem Mehrwortausdruck mit anschließender Suche im Browserfenster zielführender ist als die Eingabe des gesamten Suchausdrucks. Wer beispielsweise nach „on horseback“ sucht, erhält als Treffer lediglich „devils on horseback - Backpflaumen im Speckmantel auf Toast“. Sucht man dagegen nur nach „horseback“, so erscheint unter den Suchergebnissen unter anderem „on horseback - zu Pferd, hoch zu Ross“.
Bei der Suche nach einem Wort, das in beiden Sprachen in praktisch der gleichen Schreibweise existiert, werden die Ergebnisse für beide Sprachen angezeigt - z.B. „handy“ (Suchergebnis in Englisch) und „Handy“ (Suchergebnis in Deutsch). Über einen Link (Springe zu „…“) kann der Nutzer bequem zwischen den beiden Sprachblöcken wechseln. Es gilt vernünftigerweise die neue deutsche Rechtschreibung, wobei die Eingabe von Wörtern in der alten deutschen Rechtschreibung in der Suchmaske zu Ergebnissen in der neuen Schreibweise führt.
Um die Übersichtlichkeit der Suchergebnisse zu erhöhen, kann der Nutzer eine Zusammenfassung anzeigen oder die Beispiele in allen Einträgen verstecken lassen. Die entsprechenden Links befinden sich über den Suchergebnissen [Screenshot gekürzt!]:

Vorbildlich gelöst ist die Frage, wie Worte ausgesprochen werden. Jeder Eintrag enthält hierzu eine lautschriftliche Angabe. Zusätzlich sind englische Stichwörter noch vertont, sehr häufig sowohl im britischen als auch im amerikanischen Englisch. Die entsprechenden Audiodateien (im mp3-Format) verbergen sich hinter den Lautsprecher-Schaltflächen.
Oft enthalten die Suchergebnisse auch einen Link, um das Stichwort auch im Bildwörterbuch nachzuschlagen. Dies ist grundsätzlich eine gute Idee, doch scheint mir die Verlinkung (noch) nicht systematisch erfolgt zu sein, da manche Links ins Leere führen (z.B. bei „Handy“) und manche Stichwörter überhaupt nicht verlinkt sind (z.B. „Christmas tree“ in der Bedeutung von „Eruptionskreuz [auf einer ehemaligen Erdölquelle]“).
Eine Stärke dieses Onlinewörterbuchs liegt in seiner Fehlertoleranz bei der Eingabe. Sucht man beispielsweise nach einem falsch geschriebenen Wort wie „reconsiliation“, so schlägt PONS ähnlich geschriebene Ergebnisse vor, darunter auch das eigentlich gemeinte „reconciliation“. Diese unscharfe Suche halte ich für sehr nützlich, auch wenn mitunter unerwartete Suchergebnisse auftauchen (z.B. „Haufen“ bei der Suche nach „reiten“).
Eine weitere Stärke von www.pons.eu ist die Aktualität und die ständige Verbesserung. Bei der bereits erwähnten Möglichkeit, fehlerhafte Einträge direkt an die Wörterbuchredaktion zu melden, strebt PONS eine Reaktionszeit von einem Tag an. Aus meinem Praxistest kann ich diese enorm schnelle Reaktionszeit bestätigen.
Auch die OpenDict-Komponente ist ein direkter Kommunikationskanal für tagesaktuelle Ergänzungen durch die Benutzer. Die diesbezüglichen Spielregeln sind übersichtlich. Zunächst muss sich der Benutzer bei PONS anmelden. Dabei sollte man die angegebene E-Mail-Adresse jedoch mit Bedacht wählen, da sie - zumindest bisher - nicht mehr änderbar ist. Nach der Registrierung kann der Nutzer einen neuen Eintrag zum Wörterbuch hinzufügen, indem er die Schaltfläche „Neuen Eintrag schreiben“ anklickt. Auf der daraufhin aufgerufenen Seite „Neuen Eintrag hinzufügen“ sollte der Nutzer zunächst kontrollieren, ob die richtige Ausgangssprache eingestellt ist, da das entsprechende Drop-down-Feld sehr leicht übersehen wird. Nach dem Eintrag des gewünschten zielsprachlichen Ausdrucks kann der Nutzer noch weitere Übersetzungen hinzufügen. Über den „Vorschau“-Button kann der OpenDict-Eintrag zunächst kontrolliert werden, bevor er über „Speichern“ in das Wörterbuch aufgenommen wird.

Leider können bei den OpenDict-Einträgen (noch) keine grammatischen, stilistischen und sonstigen Zusatzangaben gemacht werden, obwohl die „Anleitung für neue OpenDict-Autoren“ (http://www.pons.de/ext/6627/) bereits einen Schalter Optionale Angaben erwähnt. In dieser Anleitung würde ich mir auch bessere Hinweise dazu wünschen, unter welchem Stichwort die Nutzer neue Einträge einordnen sollen. Diese Frage stellt sich bei jeder Eingabe von Mehr-Wort-Wendungen (z.B. „on horseback“, aber auch „president-elect“). Hier wären Beispiele in der Anleitung hilfreich, auch um Doppeleinträge zu vermeiden.
Die neuen OpenDict-Einträge werden nach und nach von den PONS-Lexikographen geprüft. Angedacht ist wohl, von PONS geprüfte OpenDict-Einträge farblich zu markieren. Diese Funktion wurde aber bisher noch nicht umgesetzt - wünschenswert wäre sie meines Erachtens auf jeden Fall. Denn gerade die Qualität und Zuverlässigkeit der Einträge ist ein entscheidendes Kriterium, mit dem sich das Onlinewörterbuch auf www.pons.eu von sonstigen kostenlosen Wörterbüchern im Netz abhebt.
Persönliches Fazit: Das Onlinewörterbuch auf www.pons.eu ist ein noch junges Projekt, das aber bereits im Beta-Stadium einen erstaunlichen Funktionsumfang bietet und durch seine Qualität und die unkomplizierten Möglichkeiten zur Mitgestaltung und Verbesserung besticht. Für mich ein professionelles Werkzeug, das ich an meinem Übersetzerarbeitsplatz nicht mehr missen möchte!
* Anmerkung: Die hier veröffentlichte Rezension ist textlich fast identisch mit dem Artikel „www.pons.eu – Neue Wörterbuchseite im Praxistest“, der in der Dezemberausgabe 2008 im FORUM, der Mitgliederzeitschrift des Fachverbands der Berüfsübersetzer und Berufsdolmetscher (ATICOM), erschien. Die PDF-Version ist unter www.aticom.de/a-verbzeit.htm bzw. hier (Direktlink) abrufbar.
© 2008 Elisabeth John
|
| |
Wirtschaftsenglisch für Studium und Beruf
Gabi Galster und Christine E. Rupp: „Wirtschaftsenglisch für Studium und Beruf – Wirtschaftswissen kompakt in Deutsch und Englisch / German and English Business Know-How“
R. Oldenbourg Verlag, München Wien, 1. Auflage 2007, 494 Seiten, gebunden
ISBN 978-3-486-58204-8, EUR 33,80
Das vorliegende Arbeitsbuch richtet sich laut Verlag an Schüler und Studenten bzw. an Personen aus der beruflichen Praxis, die im Rahmen ihrer Ausbildung oder Berufstätigkeit die deutsch-englische Wirtschaftsfachkunde und -sprache erlernen oder verbessern möchten und an Lehrer bzw. Dozenten, die diese Kursinhalte vermitteln und unterrichten. Es ist also aus Übersetzersicht kein Fachwörterbuch im üblichen Sinne, bietet sich jedoch auch für erfahrene Übersetzungsprofis als Nachschlagewerk zur begrifflichen Klärung und Wissensvertiefung an.
Aufbau: Das Buch ist in 28 Kapitel gegliedert, die jeweils einen thematischen Schwerpunkt haben. Der Aufbau der einzelnen Kapitel folgt dabei einem festen Muster: zunächst ein Artikel in deutscher Sprache mit deutsch-englischer Terminologie, danach ein Artikel in englischer Sprache mit englisch-deutscher Terminologie und zum Abschluss praktische Sprachübungen einschließlich Lösungen. Für Übersetzerinnen und Übersetzer sind vor allem die ersten beiden Kapitelteile interessant, da sie ein Thema jeweils aus deutscher bzw. anglo-amerikanischer Sicht kompakt darstellen - z.T. unter Nutzung von Tabellen und Diagrammen zur besseren Übersichtlichkeit. Dabei werden auch kulturelle Unterschiede und divergierende Wirtschaftsstrukturen herausgearbeitet. Hilfreich sind zudem die Terminologielisten der einzelnen Kapitel, in denen sich mancher terminologische Schatz heben lässt.
Themen: Die behandelten Themenfelder umfassen unter anderem Strukturen im Außenhandel, Globalisierung Corporate Governance, Fusionen und Übernahmen, Banken, Versicherungen und Börsenhandel. Die einzelnen Kapitel mit ihren meist dreiseitigen Artikeln widmen sich dabei folgenden Einzelthemen: Globalisierung • Free trade | Produkte im Wandel der Zeit - von Waren und Dienstleistungen zu Solutions • Intellectual property rights and branding | Markterschließung und Kundenakquisition im Ausland • Intercultural dimensions of product promotion | Grundformen des Außenhandels • Distribution channels and export/import intermediaries on domestic and foreign markets | Kompensationsgeschäfte im Außehandel • Foreign direct investment, licencing, franchising, joint ventures | Die rechtlichen Rahmenbedingungen im Außenhandel • Signed and sealed - the sales contract | Allgemeine Geschäftsbedingungen • Terms of delivery, INCOTERMS | Schiedsgerichtsverfahren • Dispute resolution | Gütertransport • Logistics and transport management | Versanddokumente im Außenhandel • The main shipping documents | Risikomanagement im Außenhandel • Cargo insurance | Zahlungsbedingungen im Außenhandel • Bill of exchange and letter of credit | E-Commerce • The retail trade - yesterday, today and tomorrow | Das Bankensystem in Deutschland • Survey of the American and British banking systems | Die klassischen Bankdienstleistungen • Recent developments in banking | Unternehmensformen (Personengesellschaften) • Types of corporation | Unternehmenszusammenschlüsse und andere Verbindungen • Company evaluation | Rechnungslegung nach HGB, US-GAAP und IAS/IFRS • Profit and loss account, balance sheet and cash flow statement | Fusionen und Übernahmen • Insolvency and bankruptcy procedures | Unternehmensorganisation • Corporate structures | Corporate Governance • Management buzz terms | Unternehmensverfassung und Mitbestimmung in Deutschland • The Anglo-American board system | Geldmarkt • The world of corporate finance | Hauptmerkmale der Aktie als Anlageinstrument • Main features and types of bonds | Neuemission und Börsengang eines Unternehmens • Securities trading on secondary markets | Konjunkturpolitik: Beschäftigung, Preisstabilität, Wirtschaftswachstum und außenwirtschaftliches Gleichgewicht • European Union: Stability and Growth Pact, overview of the development, institutions and decision-making proceures of the EU | Geldpolitik • Fiscal policy and the budget | Wirtschaftstheorie im Wandel der Zeit • Keynesianism and monetarism.
Persönliches Fazit: In Zeiten der „kostenlosen“ Verfügbarkeit von Informationen im Internet spielt für Fachübersetzerinnen und Fachübersetzer die Zuverlässigkeit (Vertrauenswürdigkeit) von Informationen und ihre schnelle Erfassbarkeit (Anschaulichkeit, Übersichtlichkeit) eine immer wichtigere Rolle. Meines Erachtens erfüllt das Buch „Wirtschaftsenglisch für Studium und Beruf“ dieses Bedürfnis und ist angesichts des moderaten Preises eine lohnende Investition. Einziger Wermutstropfen: das Fehlen eines vollständigen Gesamtverzeichnisses der in den einzelnen Kapiteln erläuterten Termini.
© 2007 Elisabeth John
|
| |
Collins Großwörterbuch Englisch (de-en, en-de)
Peter Terrell (Hrsg.): „Collins Großwörterbuch Englisch (Collins German-English · English-German Dictionary Unabridged)“
Max Hueber Verlag, Ismaning, Reprint der 4. Auflage 1999, 2088 Seiten, gebunden, plus CD-ROM
ISBN 319002880X, EUR 49,95 - diese Ausgabe ist im Buchhandel nicht mehr erhältlich, siehe Nachtrag unten
Mit dem 2003 im Max Hueber Verlag erschienenen Großwörterbuch ist „der Collins“ endlich wieder auf dem deutschen Markt erhältlich. Das „Collins Großwörterbuch Englisch“ ist ein Reprint der vierten Auflage des „Collins German-English · English-German Dictionary“, das auf der Collins Bank of English basiert.
Das vorliegende Großwörterbuch bietet laut Verlagsangabe 330 000 Stichwörter und Anwendungsbeispiele mit dem Schwerpunkt Gegenwartssprache. Für den Übersetzeralltag besonders wichtig sind die ausführlichen Angaben zum Sprachgebrauch - so finden sich neben den obligatorischen grammatischen Angaben oft auch Stilangaben, Erklärungen und Erläuterungen, Synonyme, Sachbereichsangaben und Ähnliches. Gerade hier liegt meines Erachtens die Stärke des „Collins“, die ihn an vielen Übersetzerarbeitsplätzen unentbehrlich macht. Hilfreich ist auch der Zusatzteil „Sprache aktiv“, in dem unter anderem Beispiele für Bewerbungen, Geschäftsbriefe etc. zu finden sind. Bei der Aktualität sind hingegen gewisse Abstriche zu machen, da das Ersterscheinungsjahr der vierten Auflage 1999 war.
Dem Wörterbuch liegt eine CD-ROM bei, die das „English Dictionary for Advanced Learners“ sowie die Module „English Grammar“, „English Usage“, „Thesaurus“ und „English Wordbank“ aus der Collins-COBUILD-Reihe enthält und nicht wie vielleicht erwartet das „Collins Großwörterbuch Englisch“ selbst (diese CD-ROM mit Uni-Lex-Oberfläche ist beispielsweise beim Kater Verlag zu derzeit EUR 79,00 erhältlich). Die CD-ROM läuft auf Mac und PC (Windows 95 oder höher einschließlich XP, 16 MB RAM, mindestens 50 MB freier Festplattenspeicher, CD-ROM-Laufwerk und Soundkarte, Lautsprecher oder Kopfhörer für die Audioausgabe).
Persönliches Fazit: Bei allgemeinsprachlichen Übersetzungsfragen ist das „Collins Großwörterbuch Englisch“ für mich stets die erste Wahl.
© 2003 Elisabeth John
Nachtrag: Ab 2004 wurde das „Collins Großwörterbuch Englisch“ (ohne CD-ROM) auf dem deutschen Markt von Langenscheidt angeboten. Im März 2008 ist es in einer Neubearbeitung bei Langenscheidt erschienen. Die Ausgabe mit Daumenregister hat die ISBN 9783468024146, die ohne Daumenregister hat die ISBN 9783468024139.
© 2008 Elisabeth John
|
| |
Fachwörterbuch Architektur und Bauwesen (en-de)
Dr.-Ing. Uli Gelbrich: „Langenscheidt/Routledge Fachwörterbuch Architektur und Bauwesen Englisch-Deutsch“
Langenscheidt Fachverlag GmbH, München, und Routledge Ltd./Taylor & Francis Book Ltd., London,
3., neu bearbeitete und stark erweiterte Auflage 2002, 656 Seiten, gebunden,
ISBN 3861172046, EUR 92,00
Das neu erschienene „Fachwörterbuch Architektur und Bauwesen“ ist aus der Fusion des Fachwörterbuchs Bauwesen von Uli Gelbrich und des entsprechenden Wörterbuchs von Routledge hervorgegangen, wobei der Bereich Architektur neu aufgenommen wurde. Es bietet rund 67 000 Einträge aus den Fachgebieten Planung und Entwurf, Gestaltung, architektonische Stile und historische Architektur, Grundlagen des Bauwesens einschließlich Vermessung und Statik, Hoch- und Spezialbau, Ausbauarbeiten, Baustoffe, Baustoffprüfung, Baumaschinen, Werkzeuge und Bauindustrie. Auch die Bereiche Qualitätsmanagement und Vertragswesen sind vertreten.
Wie schon bei der Langenscheidt-Vorgängerausgabe werden auch in der aktuellen Ausgabe die Termini wo nötig durch Fachgebietsangaben näher spezifiziert und bei den deutschen Entsprechungen sind außer Synonymen gegebenenfalls auch Erläuterungen und Beispiele und bei Substantiven stets das Genus aufgeführt. Sinnvoll ist auch die Kennzeichnung von US-amerikanischem Sprachgebrauch.
Im Anhang finden sich eine umfangreiche Abkürzungsliste (da die Abkürzungen leider nicht im Hauptteil eingeordnet sind), Umrechnungstabellen für Längen-, Flächen-, Raum- und Hohlmaße (mit der Unterscheidung zwischen britischen und amerikanischen Maßen), Winkelmaße, Zeit, Masse, Kraft, Energie, Leistung, Druck und auch optische Maße sowie eine Auflistung der SI-Basiseinheiten.
Bei einer Stichprobenuntersuchung in den Bereichen Werkzeuge, Straßenbau und Hochbau hinterließ das Fachwörterbuch Architektur und Bauwesen insgesamt einen sehr guten Eindruck, sowohl hinsichtlich des Umfangs als auch der Zuverlässigkeit der Einträge.
Persönliches Fazit: Alles in allem ein sehr empfehlenswertes Fachwörterbuch.
© 2003 Elisabeth John
|
| |
Wörterbuch Logistik (en-de)
Walter Benz, Cory Benz, Dieter Wessels: „Wörterbuch Logistik Englisch-Deutsch“
zu den Gebieten Spedition und Transport, Verkehrsträger, Distributionslogistik, Materialwirtschaft, Lagerwesen, Zoll, Zahlungswesen und Versicherung
Cornelsen Verlag, Berlin,
1. Auflage, 2002, ca. 890 Seiten, gebunden,
ISBN 3464494373, EUR 59,00
Das „Wörterbuch Logistik“ enthält über 90 000 ausgangssprachliche Einträge aus dem Bereich der Logistik. Abgedeckt werden laut Verlagsangabe sowohl der Kernbereich des Materialflusses (von der Beschaffung über die Produktion bis zur Distribution an den Endkunden) als auch die Bereiche Informationslogistik, Zahlungsabwicklung, Transportversicherung und -recht, Zoll, Technik und Umwelt sowie logistikrelevante betriebs- und volkswirtschaftliche Termini. Besondere Schwerpunkte sind dabei die Gebiete Verkehrsträger (Bahn, Lkw, Flugzeug, Schiff und Binnenschiff), Lagerwesen und Materialwirtschaft.
Die angegebenen Fachbereiche erscheinen mir umfassend abgedeckt. Schön ist, dass bei den einzelnen Einträgen die jeweiligen Fachgebiete mit angegeben werden (z.T. als aussagekräftige kleine Piktogramme, die wenig Platz wegnehmen und das Wörterbuch somit nicht unnötig aufblähen) und auch grammatikalische Angaben (z.B. zum Genus) sowie Hinweise zu britischem oder amerikanischem Sprachgebrauch nicht fehlen. Hilfreich sind außerdem die Erläuterungen, die sinnvollerweise an geeigneten Stellen aufgenommen wurden. Des weiteren wird der Fachübersetzer die umfangreiche Angabe von zielsprachlichen Synonymen wie auch Kollokationen zu schätzen wissen, wenngleich die Vernestung der Einträge etwas gewöhnungsbedürftig ist (diese Wortfeldmethode wird allerdings im bekannten "Großwörterbuch Wirtschaftsenglisch" von Hamblock und Wessels ebenfalls benutzt).
Gerade im Bereich Logistik sind Abkürzungen gang und gäbe. Es ist daher erfreulich, dass die Abkürzungen im Hauptteil des Wörterbuchs eingeordnet sind und die jeweilige Vollform direkt nach der Abkürzung in Klammern angegeben wird. Zudem wird die Vollform (mit der jeweiligen Abkürzung in Klammern dahinter) auch noch als separater Eintrag aufgeführt.
Das Erscheinungsjahr 2002 verspricht eine hohe Aktualität. Begriffe wie B2B, B2C und e-commerce sind daher enthalten, lediglich m-commerce habe ich vermisst. Etwas befremdlich finde ich ladenloser Handel als zielsprachliche Entsprechung zu e-commerce, doch werden glücklicherweise auch e-Commerce und elektronischer Handel angeboten.
Persönliches Fazit: Ein empfehlenswertes Fachwörterbuch zum Bereich Logistik, das durch seine Fülle an Einträgen und seine professionelle Machart besticht.
© 2002 Elisabeth John
|
| |
PONS Großwörterbuch (en-de, de-en)
„PONS Großwörterbuch für Experten und Universität“ mit Daumenregister, Englisch-Deutsch/Deutsch-Englisch
PONS Wörterbuchverlag (Ernst Klett Sprachen GmbH), Stuttgart/Düsseldorf/Leipzig, vollständige Neuentwicklung 2001, insgesamt ca. 2050 Seiten, mit acht farbigen Karten und zugehörigem Extraheft „Sprache aktiv“
ISBN 3125171598, EUR 54,90
Ein allgemeinsprachliches Großwörterbuch darf auf keinem Übersetzerschreibtisch fehlen. Hier bietet PONS seit Mitte 2001 für die Sprachrichtungen Englisch-Deutsch/Deutsch-Englisch das „PONS Großwörterbuch“ in einer vollständigen Neuentwicklung an – losgelöst vom früheren PONS-Großwörterbuch, das inhaltsgleich mit der vierten Auflage des „Collins German Dictionary“ von Peter Terrell war (bei HarperCollins erschienen). Das vorliegende Großwörterbuch bietet laut Verlag 350 000 Stichwörter und Wendungen von der modernen Umgangssprache bis zur Fachterminologie aus Wirtschaft, Recht, Medizin, Technik und Computerwelt einschließlich aller Stilschichten.
Besonderheiten
Die erste direkt ins Auge springende Besonderheit dieses Großwörterbuchs ist das separate Beiheft „Sprache aktiv“, das vor allem Musterbriefe – für Geschäftskorrespondenz, Bewerbungsschreiben, persönliche Briefe und Privatkorrespondenz – bietet. Eine zweite Besonderheit sind die zweisprachigen, farbigen Landkarten in der Buchmitte (mit Karten der englischsprachigen Länder, Europas und Deutschlands, Österreichs und der Schweiz) und der ausführliche Wörterbuchanhang mit vielen landeskundlichen Informationen, z.B. britischen und amerikanischen Maßen und Gewichten, den Verwaltungseinheiten der englischsprachigen Länder, gesetzlichen Feiertagen, Währungen oder auch den Spitznamen amerikanischer Bundesstaaten und Großstädte.
Regionale Sprachvarianten
Im Wörterbuchteil selbst werden „regionale“ Varianten umfassend berücksichtigt, also britisches und amerikanisches, aber auch australisches, neuseeländisches und kanadisches Englisch und im Deutschen auch der österreichische und schweizerische Sprachgebrauch. So findet sich beispielsweise zu Radler nicht nur die englische Entsprechung cyclist, sondern unter Hinweis auf den süddeutschen bzw. österreichischen Sprachgebrauch auch die Definition „Getränk aus Bier und Limonade“ mit der englischen Entsprechung shandy. Im englisch-deutschen Teil sind sowohl britische als auch amerikanische Ausspracheangaben enthalten, und im deutsch-englischen Teil erfährt auch der Brite oder Amerikaner, wie im Deutschen beispielsweise Caddie, Container und Dow Jones auszusprechen sind.
Benutzerfreundlichkeit
Angenehm ist, dass geografische Bezeichnungen und vor allem Abkürzungen und Akronyme im Hauptalphabet zu finden sind. Die entsprechenden Einträge bieten die Vollform und in aller Regel die zielsprachliche Entsprechung, so dass umständliches Hin- und Herblättern entfällt. Ein wichtiges Kriterium der Benutzerfreundlichkeit ist auch die Übersichtlichkeit der Einträge, die bei diesem Wörterbuch im Großen und Ganzen gut gelungen ist. Bei extrem langen Einträgen ist die Übersichtlichkeit durch besondere typografische Hervorhebungen gewährleistet. Einziger Kritikpunkt: Auch bei nicht ganz so langen Einträgen würde ich mir v.a. im englisch-deutschen Teil eine klarere Trennung nach grammatischen Gesichtspunkten durch Zeilenwechsel zwischen „verb“, „noun“, „modifier“, „adverb“ usw. wünschen (z.B. bei flow oder auch radio).
Aktualität
Das Erscheinungsjahr 2001 verspricht eine hohe Aktualität, die sich in Einträgen wie B2B, M-commerce und web-enabled oder Doppelspitze, mailen und Spendenaffäre manifestiert. Selbstverständlich ist die Berücksichtigung der neuen deutschen Rechtschreibung, wobei im deutsch-englischen Teil zusätzlich auch die alte Rechtschreibung mit angegeben ist (grau unterlegt).
Umfang und Zuverlässigkeit
Von einem „Großwörterbuch für Experten“ erwartet der Fachübersetzer bei den Einträgen eine jeweils möglichst große Vielfalt an Kollokationen und grammatischen Konstruktionen. Diesem Anspruch wird „der PONS“ weitgehend gerecht. In seltenen Fällen sind trotz der Vielzahl der angegebenen Kollokationen bzw. Konstruktionen zielsprachliche Lücken zu bemängeln. Dies sei anhand des Eintrags zu deny verdeutlicht:

Aus meiner Sicht schade, dass hier die deutschen Äquivalente abschlagen, vorenthalten und leugnen unerwähnt bleiben – und das, obwohl im deutsch-englischen Teil sowohl zu abschlagen als auch leugnen das englische Äquivalent deny angegeben ist. Hier sei nun nicht einer einfachen Umkehrung der Sprachrichtung das Wort geredet, doch hätten sich einige Lücken des Wörterbuchs mittels dieses einfachen Prüfverfahrens schließen lassen (so etwa auch bei napkin – Windel, Buntstift – crayon oder to tickle an animal – ein Tier kraulen [und NICHT kitzeln!]).
Ein weiterer wunder Punkt ist naturgemäß die Abdeckung von Fachgebieten wie Handel und Finanzen oder Recht durch ein allgemeinsprachliches Wörterbuch (mit diesen Fachgebieten wird auf dem Schutzumschlag geworben). Hier wird der Fachübersetzer vernünftigerweise zunächst doch zu einem Fachwörterbuch greifen. Gleichwohl bietet das „PONS-Großwörterbuch“ mitunter interessante Erläuterungen (z.B. zu leaseback) und zielsprachliche Fachtermini, wie sich auch beim Praxistest dieses Wörterbuchs herausgestellt hat.
Praxistest
Das „PONS Großwörterbuch“ wurde anhand eines englisch-deutschen Übersetzungsauftrags aus dem Rundfunk- und Fernsehbereich dem Praxistest unterzogen. Wirklich hilfreich waren dabei u.a. die Einträge zu licence fee (Rundfunk- und Fernsehgebühr), natural history programme (naturkundliche Sendung), programming (Programm, Programmgestaltung) und brand management (Markenpositionierung). Der letztgenannte Begriff aus dem Marketingbereich fehlt immerhin auch in manch gutem Wirtschaftswörterbuch.
Insgesamt hinterließ das getestete Wörterbuch bei diesem und weiteren Praxistests einen guten Eindruck.
Persönliches Fazit
Alles in allem ein empfehlenswertes allgemeinsprachliches Wörterbuch, das - wohl aufgrund der Tatsache, dass es sich um eine vollständige Neuentwicklung handelt - noch einige Kinderkrankheiten aufweist, aber durch eine hohe Aktualität und ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis besticht.
Bei der täglichen Arbeit greife ich jedoch weiterhin zunächst lieber zu „Collins German Dictionary“, das meines Erachtens einfach umfangreicher und ausgereifter ist. Dieses Wörterbuch ist auf dem deutschen Büchermarkt derzeit als „Collins Großwörterbuch Englisch“ (4. Auflage von 1999, neu erschienen bei Hueber, ISBN 319002880X) erhältlich.
© 2002 Elisabeth John
|
| |
Wörterbuch Rechnungslegung und Steuern (de-en, en-de)
Uwe Woywode: „Wörterbuch Rechnungslegung und Steuern Deutsch-Englisch/Englisch-Deutsch“
in der Sonderausgabe von Bernd Zeutschel, USAforum
zu den Gebieten Rechnungslegung und Steuern einschließlich wichtiger Rechts- und Finanzterminologie
1. Auflage 2000, 693 Seiten, gebunden, e-Lex, ISBN 3-934284-00-0
Preis: EUR 42,52 zzgl. MwSt. und Versandkosten (Bestellung bei USAforum, Schlossbergstr. 10, 72070 Tübingen, Tel.: 070/7155970, Fax: 070/71559730, Internet: www.usaforum.de)
[oder aber in der Buchhandelsausgabe für EUR 45,50]
Das vorliegende Fachwörterbuch bietet rund 42 000 Einträge aus den Bereichen Rechnungslegung (mit den Schwerpunkten Einzel-/Konzernabschluss, Prüfungswesen, Kostenrechnung und Betriebswirtschaft), Steuern (Bilanzsteuerrecht, Körperschaftsteuer, Einkommensteuer, Lohnsteuer, Gewerbesteuer, Umsatzsteuer, internationales Steuerrecht, Verrechnungspreise, Umwandlungen, Umstrukturierung, Unternehmenskauf), Recht (Gesellschaftsrecht, Vertragsrecht, Immobilien, Konkurs und Insolvenz, Erbschaft und Schenkung, Gesetzgebung, Rechtsstreit und Gerichtsverfahren) und Finanzen (Finanzinstrumente und Unternehmensfinanzierung). Besonders ausführlich sind dabei die Gebiete Rechnungslegung und Steuern abgedeckt, während Recht und Finanzen relativ kurz kommen.
Lobenswert ist die Unterscheidung von britischem und amerikanischem Sprachgebrauch. Negativ fällt das fast vollständige Fehlen von Fachgebietsangaben auf, so dass eine inhaltliche Differenzierung, etwa nach Handels- und Steuerbilanz oder IAS und US GAAP, vom Übersetzer selbst zu leisten ist. Positiv hervorzuheben ist hingegen der Anhang mit der Übersetzung von Bilanz und GuV nach deutschem HGB ins amerikanische und ins britische Englisch (in der Buchhandelsausgabe zusätzlich nach österreichischem HGB und nach schweizerischem Recht).
Persönliches Fazit: Ein handliches Wörterbuch, das seinen vollen Nutzen allerdings nur bei umfangreichem Hintergrundwissen des Anwenders entfaltet. Teilweise ausgeglichen wird diese Schwäche durch den ausführlichen Anhang.
© 2002 Elisabeth John
|
| |
Einsprachiges Lexikon der Mobilkommunikation (de)
Klaus Lipinski (Hrsg.): „Lexikon Mobilkommunikation“
zu den Gebieten schnurlose Telefonie, Bündelfunk, zellulare Netze, satellitengestützte Mobilkommunikation u.ä.
1. Auflage 1999, 224 Seiten, gebunden, MITP-Verlag, ISBN 3-8266-4056-X
Preis DM 39,90
Die Telekommunikationsbranche ist ein zukunftsträchtiger Wirtschaftssektor mit einem enormen Wachstumspotenzial. Aufgrund der kaum übersehbaren Fülle technischer Neuerungen sind ÜbersetzerInnen im Bereich Telekommunikation für gute Fachwörterbücher dankbar.
Rat in begrifflicher Not verspricht das einsprachig deutsche „Lexikon Mobilkommunikation“ - doch kann es sein Versprechen auch einlösen? Die umfangreichen Begriffsdefinitionen enthalten brauchbare Hinweise für den Übersetzer, zumal sie mitunter durch hilfreiche Abbildungen, Tabellen und Diagramme ergänzt werden. Oft werden in Klammern englische Synonyme angegeben. Auch das umfangreiche Abkürzungsverzeichnis mit englischen und zum Teil auch deutschen Benennungen scheint eine vielversprechende Fundgrube zu sein.
Allerdings: Dieses Nachschlagewerk ist offensichtlich mit heißer Nadel gestrickt worden. Wie sonst lassen sich die doch recht zahlreichen Flüchtigkeitsfehler - etwa: „Mehrwertdienst (VAS, value added services)“, „Schnurlose Telefone (CT, cordless telephony)“ oder „FuFSt Funffeststation“ - erklären? Leider wird durch diese oberflächlichen Fehler auch das Vertrauen in die inhaltliche Zuverlässigkeit der Angaben erschüttert. Nicht ganz zu Unrecht, wie folgendes Beispiel zeigt: Unter dem Stichwort „GSM-Standard“ findet sich „GSM, Groupe Spécial Mobile/global system mobile“ mit nachfolgenden Erläuterungen, aus denen jedoch nicht hervorgeht, dass die Groupe Spécial Mobile eine Arbeitsgruppe der Europäischen Post- und Fernmeldeverwaltungen (CEPT) war, die sich 1987 auf einen einheitlichen europäischen Mobilfunk-Standard namens GSM einigte. Seither steht GSM für das paneuropäische Mobilfunksystem „Global System for Mobile Communication“.
Persönliches Fazit: Ein Wörterbuch, das mitunter hilfreiche Anregungen bieten kann, die jedoch mit Vorsicht zu genießen sind. Über dieses Manko kann auch der relativ günstige Preis nicht hinwegtrösten.
© 1999 Elisabeth John
|
|
|